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Interview mit «Sudelnuppe»


Die bekanntesten japanischen Nudeln heissen «Ramen». Ebenso die mit ihnen zubereitete Nudelsuppe. Falk Daubner hat sich in Zürich auf die Herstellung dieser original japanischen Rezepte spezialisiert. Er stellt sie täglich frisch her, individualisiert sie und schätzt dabei Ökologie und Nachhaltigkeit. Das Beste aber, er liefert sie in eigenentwickelten Boxen (die er auch wieder abholt), in schön angerichteten Ramen-Bowles. Dabei separiert er die Suppe in Thermosflaschen - ideal zur Anlieferung in Büros und Unternehmen. Glücklich kann sich darum schätzen, wer im Raum Zürich wohnt und arbeitet. Glücklich ist auch Falk Daubner mit seinem Tiny Start-up, dem er einen ungewöhnlichen, aber memorierbaren Namen gegeben hat, denn es heisst wirklich «Sudelnuppe», kein Schreibfehler!

Täglich frische Ramen by © Sudelnuppe GmbH, Zürich
Täglich frische Ramen by © Sudelnuppe GmbH, Zürich

Was ist das Besondere an deinem Tiny Start-up?

«Hier spielen natürlich mehrere Aspekte eine Rolle: Zum einen ist das Produkt selbst  - «Ramen» - immer noch neu in der Schweiz. Ich würde nicht sagen, dass es ein Hype ist, eher kurz davor. Zum anderen koche ich original japanische Rezepte, die ich auch in Tokyo gelernt habe, verwende aber wo es geht Schweizer Produkte. Das schöne bei Ramen ist die Möglichkeit, diese zu individualisieren. Mir ist eine ökologische und nachhaltige Küche wichtig, auch wenn ich fernöstliche Produkte zubereite. Bei Produkten, die es einfach nicht in der Schweiz gibt, wie beispielsweise «Kombu» suche ich immer noch den kürzesten Weg. Das hat mich in diesem speziellen Fall auf Frankreich gebracht. Rein wirtschaftlich gesehen, macht es eigentlich keinen Sinn solche Produkte zu verwenden wie beispielsweise «KAGfreiland Bio-Fleisch», aber wenn man schon Fleisch zu sich nimmt, dann bitte so ökologisch, nachhaltig und im Sinne des Tierwohles wie möglich… Am aller wichtigsten jedoch ist die Idee, es Kunden so einfach wie möglich zu machen. Mit meinen selbst entwickelten Boxen kann ich schön angerichtete Ramen Bowls direkt zum Kunden ins Office oder Lehrerzimmer liefern. Da die Suppe selbst in Thermosflaschen mitgeliefert wird, ist das Zeitfenster, in dem gegessen werden kann bis zu 2,5h gross. Bezahlt wird bequem über «TWINT QR Codes» auf den Kisten oder bar ins Kässeli. Mit dem Abo muss nicht einmal extra bestellt werden. Ich reguliere die Menge entsprechend der Nachfrage der Vorwoche. Das bedeutet für meine Kunden ein zusätzliches, einfaches Angebot, was sich jedoch durch Qualität und Frische auszeichnet.»

Was macht dich an deiner Selbstständigkeit glücklich?

«Nachdem ich meinen langjährigen Corporate Job gekündigt habe, bei dem ich sehr erfolgreich war und auch sehr viel Geld verdient habe und trotzdem immer das Gefühl hatte, dass etwas nicht stimmt oder ich einfach nicht in diese Welt passe, war ich wieder einmal für mehrere Monate Reisen.» 

Gründer Falk Daubner © Sudelnuppe GmbH, Zürich
Gründer Falk Daubner © Sudelnuppe GmbH, Zürich

«In Asien sind mir die vielen kleinen Shops aufgefallen, die von einzelnen Leuten betrieben werden  - oft auch einfach direkt auf der Strasse. Diese Shops sind wirtschaftlich – nach unseren Massstäben - nicht wirklich erfolgreich. Trotzdem wirkten die Betreiber und Betreiberinnen stets zufrieden. Ich denke, mit «SudelNuppe» geht es mir nun genau so. Verglichen zu meinem Einkommen in meinem letzten Job, macht es wirtschaftlich keinen Sinn. Die Arbeit ist hart und ich mache sehr viele Tätigkeiten, die ich nie wieder tun wollte, nachdem ich meine Kochkarriere eigentlich an den Nagel gehängt habe. Aber, …ich bin glücklich, weil ich jeden Tag die Früchte meiner Arbeit ernte, und Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung und nicht zuletzt Stolz spüre.»

Falk Daubner

SudelNuppen GmbH

Dübendorfstrasse 153, CH–8051 Zürich

https://www.sudelnuppe.ch/

 

Interview © Autorenduo Prof. Veronika Bellone & Thomas Matla für www.tinystartup.ch